Träger

Sehr geehrte Eltern!

Vor einigen Jahren kam ich zufällig an dem Kindergarten vorbei, in dem ich selbst frühe Jahre meines Lebens verbracht habe. Neugierig schaute ich über den Zaun und sah die Kinder spielen. Sofort kamen welche angelaufen. Dass ich selbst einmal als Kind in diesem Kindergarten war, konnten sie nicht recht begreifen. Ein kurzes Gespräch mit den Erzieherinnen rundete die kleine Reise in meine Vergangenheit ab.

Über den Zaun schauen. Das kann wörtlich gemeint sein oder auch im übertragenen Sinn. Da geht es zum einen darum, einander wahrzunehmen: als Nachbar, als Mensch. Zum anderen sind wir gerufen und berufen, über das hinauszuschauen, was jetzt ist. Unsere gegenwärtige Zeit ist schnelllebig, und wir müssen uns immer wieder und immer öfter auf neue Umstände und Sachverhalte einstellen.

Da heißt es, sich immer wieder zurückzubesinnen auf das, was in meinem Leben wirklich zählt. Und was mir wichtig und bedeutsam ist, möchte ich auch gern an andere weitergeben.

Wo, wenn nicht im Kindergarten ist ein solcher Ort? Meine Bewunderung gilt den Mitarbeitenden in den Erziehungsberufen, die nicht nur ihren Sachverstand einbringen, sondern auch das, was man „Herzblut“ nennt. Ich merke ihnen an, wie sie bei der Sache sind und ihnen das christliche Menschenbild ein Herzensanliegen ist. Die Eltern sind von Haus aus dazu berufen, zumal als Getaufte und Gefirmte.

Über den Zaun schauen. Als Ihr neuer Pfarrer möchte ich das tun.

Ich grüße Sie auf diesem Wege schon einmal herzlich und freue mich auf ein Kennenlernen.

Ihr Klaus Hösterey, Pfr.